Die Veröffentlichung einer kommunalen App im Google Play Store erfordert neben technischen Voraussetzungen auch eine klare organisatorische Struktur. Insbesondere seit den verschärften Google-Richtlinien für Entwicklerkonten müssen Kommunen formale Anforderungen erfüllen.
Dieser Beitrag erläutert:
Checkliste: Schritt für Schritt
Einrichtung eines Google Play Developer Accounts
Zunächst benötigt die Kommune ein eigenes Google Play Developer Konto.
Schritt 1: Google-Konto auf kommunaler Domain
Empfohlen wird ein Account mit offizieller Domain, z. B.:
app@kommune.de
Kein privates Gmail-Konto verwenden.
Schritt 2: Registrierung bei Google Play Console
Registrierung unter:
https://play.google.com/console
Kosten: einmalig 25 USD
Bei der Registrierung sind u. a. anzugeben:
- Name der Organisation
- Rechtsform (z. B. Stadt, Landkreis)
- Vertretungsberechtigte Person
- offizielle E-Mail-Adresse
- Telefonnummer
- Anschrift
Seit 2023 verlangt Google eine Identitätsprüfung (ID-Verifikation).
Organisationstyp: Persönlich oder Organisation?
Kommunen müssen das Konto als „Organisation“ anlegen.
Vorteile:
- juristische Zuordnung zur Kommune
- mehrere Nutzerrollen möglich
- bessere Compliance-Struktur
- langfristige Stabilität
Rollen in der Google Play Console
Folgende Rollen sind relevant:
- Account Owner (z. B. IT-Leitung oder Digitalbeauftragte)
- Administrator
- Release Manager
- Finance / Reporting
Empfehlung: Der Account Owner sollte bei der Kommune verbleiben, auch wenn ein externer Dienstleister die App betreut. So bleiben Sie als Kommune zu jedem Zeitpunkt entscheidungs- und handlungsfähig.
Der zentrale Punkt: Product Owner Nachweis
Seit den verschärften Play-Store-Richtlinien verlangt Google bei vielen App-Kategorien einen Nachweis, wer fachlich und rechtlich verantwortlich ist.
Für kommunale Apps ist dies besonders relevant, da:
- es sich um öffentliche Dienste handelt
- Bürgerdaten verarbeitet werden können
- Push-Nachrichten versendet werden
- offizielle Verwaltungsinformationen publiziert werden
Was verlangt Google konkret?
Google fordert bei organisationsbezogenen Apps:
- Nachweis, dass der Entwickler berechtigt ist, im Namen der Organisation zu handeln
- ggf. Bestätigung des offiziellen Domain-Besitzes
- Kontaktinformationen des verantwortlichen Product Owners
- Bestätigung, dass die App autorisiert ist
Inhalt des Product Owner Nachweises
Das Dokument sollte enthalten:
- Name der Kommune
- Name und Funktion der verantwortlichen Person
- Bestätigung, dass die App offiziell beauftragt wurde
- Bestätigung, dass Inhalte und Daten im Auftrag der Kommune veröffentlicht werden
- Kontaktdaten
- Unterschrift der vertretungsberechtigten Person
Musterformulierung (Beispiel)
Hiermit bestätigen wir, dass die [Name der Kommune] Auftraggeberin und fachlich verantwortliche Stelle für die Smart Village App ist.
Die Entwicklung und technische Umsetzung erfolgt im Auftrag der Kommune.
Product Owner ist [Name, Funktion], erreichbar unter [E-Mail, Telefonnummer].
Die App ist offiziell autorisiert und entspricht den kommunalen Vorgaben.
Warum dieses Dokument so wichtig ist
Google prüft zunehmend:
- Missbrauch von Organisationsnamen
- Fake-Apps
- nicht autorisierte Veröffentlichungen
- Apps mit behördlichem Bezug
Fehlt der Nachweis, kann:
- die Veröffentlichung verzögert werden
- die App abgelehnt werden
- das Entwicklerkonto gesperrt werden
Weitere notwendige Angaben
Für die Veröffentlichung sind außerdem erforderlich:
- Datenschutzerklärung (öffentlich erreichbar)
- Impressum
- Angaben zur Datenverarbeitung
- Content Rating
- Zielgruppenangaben
- App-Icon und Screenshots
- Support-Kontakt
Best Practice für Kommunen
Empfehlungen:
- Developer Account immer bei der Kommune ansiedeln
- Dienstleister nur als Administrator hinzufügen
- Product Owner klar benennen
- Zuständigkeiten dokumentieren
- Dokumente zentral archivieren
Fazit
Die Einrichtung eines kommunalen Developer Accounts ist organisatorisch überschaubar, erfordert jedoch klare Zuständigkeiten und formale Dokumentation.
Insbesondere der Product Owner Nachweis ist ein zentrales Element, um die Autorisierung der App gegenüber Google eindeutig darzustellen und die langfristige Stabilität des Entwicklerkontos zu sichern.